Interview: „Ein Superheld aus dem Bereich Fotografie“

Commag Interview
Commag Interview

Im August 2013 hat das Online-Magazin Commag ein Interview mit mir veröffentlicht. Danke an den Redakteur Carsten Jünger und das Team. Doch nun geht es los. Viel Spaß beim Lesen:
Einigen wird das Gesicht bekannt vorkommen, dem anderen sein Künstlername „ANDIheld“. Andreas Schieler, ein junger aufstrebender Fotograf und Bildbearbeiter, gibt uns heute im Interview einen Einblick in sein Arbeiten, und wie er es geschafft hat, mit seinem Hobby so glücklich und erfolgreich zu werden. Ein Interview von Carsten Jünger alias Pixelmixtur.

Commag: Hallo Andreas und ein Dankeschön an dich, dass du uns hier ein paar Einblicke in dein Schaffen als Fotograf und Photoshopkünstler gibst.
Andi: Hallo und ein großes Dankeschön auch an euch, dass ihr mir hier die Möglichkeit gebt, mich vorzustellen. Ich freue mich immer wieder über solche Zusprüche.

Commag: Meine erste Frage an dich, welche Geschichte steckt hinter deinem Künstlernamen „ANDIheld“?
Andi: Hinter dem Namen steckt ein einfaches Wortspiel, das aus der Abkürzung meines Vornamens und dem Wort „Antiheld“ resultiert. Es ist wohl – aber eher unterbewusst – auch eine Anlehnung an meine Liebe zu Comics, in denen Superhelden eine tragende rolle spielen. Schließlich zeigt sich die Vorliebe zu Superhelden auch in meinem Logo. Manchmal fühlt man sich eben wie ein Übermensch, zu anderen Tagen eher nicht. Bei alledem sollte aber der tiefere Sinn nicht überinterpretiert, sondern mit der nötigen Portion Spaß und Ironie gesehen werden.

Composing und Montage
Composing und Montage

Commag: Ich verfolge jetzt schon sehr lange deine Bilder in diversen Communites. Aber wirklich aufgefallen bist du mir, und wahrscheinlich auch einigen anderen, mit einem sehr interessanten Tutorial in der letzten Ausgabe der „DOCMA“. Wie bist du, nun doch schon das zweite Mal, zu der Ehre gekommen, ein Tutorial für die „DOCMA“ zu verfassen?
Andi: Das war pures „Vitamin B“. Durch verschiedene Veranstaltungen, vor allem aber beim Fotostammtisch „Weisches Lischt“, lernte ich Olaf Giermann kennen, der nicht nur ein Meister in Sachen Photoshop ist, sondern unter anderem auch Redakteur beim DOCMA-Magazin. Bei einem Treffen erzählte ich ihm, mal gerne etwas für das Magazin schreiben zu wollen. Nach der Ideenfindung und etwas Schreibarbeit hat es dann auch geklappt. So konnte ich überglücklich meinen ersten Artikel in der Hand halten. An dieser Stelle sei auch ein Dankeschön an Olaf und Michael Hußmann ausgesprochen. Ihr habt ein großes Ziel von mir Realität werden lassen. Beim zweiten Artikel war es einfacher, da die Wege nun bekannt waren. Ich habe einfach angefragt, ob die Redaktion Interesse an dem Thema hat. Und wie man in der Ausgabe 04/2013 Heft 53 sehen kann, bestand das Interesse.

Fotografie Weiss
Fotografie Weiss

Commag: Man konnte dich ja sogar schon als Titelheld auf der „DOCMA“ bewundern, welches im Rahmen des „Projekt Photographer“ von Calvin Hollywood entstanden war. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Calvin?
Andi: Wir kannten uns schon eine Zeit lang von unterschiedlichen Events und verstehen uns bis heute noch gut. Irgendwann rief Calvin auf, ihn in seinem Studio zu besuchen, da er Porträts von Fotografen machen wollte. Da Ferien waren und ich nichts vorhatte, bin ich mit einem Freund hingefahren. Nach einer kurzen Info hat Calvin nur 3 oder 4 Bilder gemacht. Ich dachte: „War wohl nicht das, was er wollte, aber zumindest war es ein lustiger Tag bei ihm und mit den anderen Fotografen.“ Doch irgendwann kam das fertige Bild mit der Anfrage, ob er es in Vorträgen und Veröffentlichungen verwenden darf. Klar, sagte ich, und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wer mein Grinsegesicht sehen will. Später schickte Calvin eine Mail, in der stand, dass er das Bild für ein Tutorial in der DOCMA verwendet hat. Ich weiß nicht, ob er es damals auch nicht wusste, aber vom Cover war nie die rede. So grinste ich mindestens genauso breit wie auf dem Bild, als ich mich auf dem Titelbild sah. Auch dir Calvin ein dickes Dankeschön für deine Unterstützung und das tolle Bild. Noch heute werde ich immer wieder auf das Bild angesprochen.

Commag: Zum Beispiel durch deine Artikel in der DOCMA hast du ja jetzt schon einen gewissen Bekanntheitsgrad unter den Fotografen und Bildbearbeitern erlangt. Kannst du dich noch an den Moment erinnern, an dem du gemerkt hast, dass die Fotografie und die Bildbearbeitung zu einem ernst zu nehmende Thema in deinem Leben geworden sind?
Andi: Diesen einen Moment gab es nie, da es ein schleichender Prozess war, der schon früh begann. Schon seit ich mich erinnern kann, faszinieren mich Bilder mehr als etwa Musik oder Texte. Wenn ich so zurückdenke, beschäftigte ich mich schon immer mit Bildern vom Zeichnen über Airbrush bis hin zur digitalen Bildbearbeitung und Fotografie. Letzteres ist wie alles zuvor jedoch nur ein Hobby, also etwas, das mir momentan viel Spaß bereitet und in dem ich Erfüllung finden kann. Einerseits ist es nicht ein allzu ernst zu nehmendes Thema. Wer weiß, was ich in ein paar Jahren machen werde. Vielleicht gibt es dann etwas ganz anderes, bei dem ich mein Glück finde. Aber Bilder erfüllen mich insoweit, da sie meinen Emotionen, Vorlieben, Geschichten und Fantasien ein Gesicht geben, das auch anderen sichtbar wird. Allein der kreative Prozess macht schon glücklich und wenn das Ergebnis zusätzlich anerkannt wird, freut es mich umso mehr. So ist andererseits die Bildbearbeitung und Fotografie gerade jetzt auch ein ernst zu nehmendes Thema.

Commag: Mit deinem eigenen Projekt „Superdad“ konnten wir uns die letzten Monate über jede Menge lustige Bilder von dir und deinen beiden Akteuren freuen. Wer spielt denn eigentlich bei den Bildern den Superdad und seine Tochter, und gibt es da vielleicht sogar Parallelen zu deinem eigenen Leben?
Andi: „Superdad“ ist eine Bilderserie, die auf witzige und ironische Art den Papa von heute zeigt. Ehrlicherweise sollte ich klar stellen, dass die ursprüngliche Idee nicht von mir ist. In Facebook sah ich vor einiger Zeit Fotos von Dave Engledow, die mich inspirierten, eine ähnliche Serie zu machen. Mit Jochen, in den Communites auch als Devin bekannt, und seiner Tochter fanden sich die wirklich geeigneten Akteure. Wir kennen uns auch schon eine lange Zeit und er war/ist von der Idee mindestens genauso begeistert. So haben wir einige Motive auf unser Konzept transferiert aber auch neue dazu entwickelt. Und es werden noch weitere folgen. (Nachtrag: Serie ist inzwischen eingestellt) Inwiefern nun Parallelen zu meinem Leben bestehen, werden wohl eines Tages meine beiden Töchter sagen können, wenn sie von Papas Aktionen aus dem Nähkästchen plaudern. Als Vater kann man sich wohl gut in die überzeichneten und lustigen Alltagssituationen rein versetzen, sei es, wenn das Töchterchen unbedingt schminken will oder Mami bei der Hausarbeit hilft und selbst das Bügeleisen in die Hand nehmen möchte.

Model Devin ist für alles zu haben.
Model Devin ist für alles zu haben.

Commag: Mit dem „Superdad“ hast du auch nicht das erste Mal eine Bilderreihe erstellt. So erinnere ich mich an eine Serie von Bildern, bei denen du die Todsünden verbildlichst, oder eine andere Serie, bei dem ein flatternder Superheld eine Hauptrolle spielt. Wirst du diese Bilderreihen fortsetzen oder hast du sogar schon eine Idee für eine neue Bilderserie?
Andi: Bilderserien sind etwas faszinierendes, weil sie mehr als nur die Summe der Einzelbilder sind. Die Todsünden waren meine erste geplante Serie. Dazu habe ich noch so viele Ideen in der Schublade liegen, die nur auf ihre Umsetzung warten. Jedoch bin ich mit einigen Ergebnissen nicht ganz zufrieden, sodass ich überlege, diese zu wiederholen. Jedoch ist momentan kein Shooting dazu geplant. Ganz anders sieht es bei den Serien „Superdad“ und „Badman – the lazy knight“ aus. Beide werden mit Devin als Model fortgeführt (Nachtrag: Serie ist inzwischen eingestellt). Eine „heimliche“ Serie ist die, welche schlicht vor weißem Hintergrund fotografiert wurde, und läuft ständig. Die Fotos stehen im Kontrast zu meinen Composings. Ideen für weitere neue Bilderreihen sind zwar vorhanden, müssen aber wegen der mangelnden Zeit hinten anstehen.

Commag: Neben diesen eher lustigen Projekten hast du aber auch schon Fotos für eine namhafte Schuhmarke gemacht oder das ein und andere Model abgelichtet. Betreibst du die Fotografie und Bildbearbeitung beruflich, oder ist es doch nur ein sehr passioniertes Hobby?
Andi: Die Bildbearbeitung betreibe ich als Hobby bzw. im Nebenerwerb. Meine Philosophie ist, Spaß bei all meinen Aktivitäten zu haben und dabei glücklich zu sein. Mit der Fotografie und Bildbearbeitung kann ich meine Kreativität uneingeschränkt ausleben. Das würde sich schlagartig ändern, wenn der Druck aufkäme, Geld damit zu verdienen. Es ist meiner Meinung nach ein Stück Lebensqualität, wählen zu können, ob man z.B. einen Workshop machen will oder nicht, ob man den Auftrag annimmt oder lieber die Kamera eine Zeit lang zur Seite legt, um ganz was ganz anderes zu tun. Ich bin auch nicht der Typ, der Bilder nur für andere machen möchte und mit Hochzeiten, Passbildern etc. entweder Massen verarbeiten oder stereotyp arbeiten muss. Die Firma hat mir von der Idee bis hin zur Bearbeitung einen großen Handlungsraum gelassen, in dem ich mich fast grenzenlos austoben kann. Somit ist das Nützliche mit dem Angenehmen optimal vereinigt. Es ist und bleibt ein sehr passioniertes Hobby.

Commag: So Andreas, ich danke dir, dass du dich unseren Lesern vorgestellt und uns einen kleinen Einblick in deine Arbeit gegeben hast. Zu guter Letzt noch die Frage; wie und wo können dich deine Fans im Netz finden?
Andi: Ich glaube, alle Communites und Foren hier aufzuzählen, würde den rahmen sprengen. Deswegen möchte ich mich auf meine Top 3 beschränken. (siehe Links)

Quelle: Commag (Aug. 2013)